Babylonisches Sprachgewirr

March 22nd, 2010

„Une bouteille d’agua, s’il vouz plait“, gerade hat es in meinem Kopf noch Sinn gemacht. Aber dass Wasser in Frankreich eau und nicht agua, wie in Spanien, heißt, ist mir erst hinterher eingefallen. Ist aber auch egal, denn der durchschnittliche Franzose ist anscheinend zufrieden, wenn man es zumindest probiert mit dieser komplizierten Sprache, deren Grammatik einem mit zahlreichen Ausnahmen (und deren Ausnahmen) ununterbrochen Beinchen stellt. Nächstes Beispiel, „un café au lait y un muffin au chocolat, s’il vouz plait“. Ja genau, der aufmerksame Leser bemerkt den kleinen, aber feinen Unterschied zwischen dem spanischen y und dem französischen et. Spätestens jetzt wird auch mir selbst bewusst, dass ich meine etwas verkümmerten Französischkenntnisse während den sechs wunderschönen Tagen in Südfrankreich hauptsächlich zum Herbei-ordern von Essbarem benutzt habe. Spanisch und Französisch sind sich eben einfach sehr ähnlich. Und überhaupt fällt mir immer alles zuerst auf Englisch ein – aber dass man es damit gar nicht erst versuchen sollte, habe ich bereits auf der Hinfahrt beim Umsteigen in Paris feststellen müssen, denn wer einen 5-Euro-Schein gewechselt haben möchte und nicht weiß, was „Münzen“ oder „Kleingeld“ auf französisch heißt, der hat eben Pech gehabt. Und als ich im TGV, dem französischen Schnellzug, keinen Wagen Nummer 6 auftreiben konnte, in dem sich mein reservierter Platz befinden sollte, musste ich recht lange überlegen, was nochmal „seize“ bedeutet, da der gelangweilte Mitarbeiter der Bahngesellschaft keine Reaktion auf mein richtig geratenes „sixteen?“ zeigte. Ich fand meinen Sitzplatz dann also im Wagen 16 – den guten Herrn darauf hinzuweisen, dass es vielleicht sinnvoll wäre die digitale Anzeige zu ändern, dafür reichten weder die Lust noch die Sprachkenntnisse.

Auch wenn ich die Grammatik gerne verfluche, den Klang der französischen Sprache mochte ich schon immer und ich habe, wie eigentlich auf der Sprache, ein paar Lieblingswörter (bei Gelegenheit mache ich mal eine Liste, ich mag Listen). In der Straßenbahn, pardon, der Metro, mochte ich jedenfalls „prochain arrêt“, das klingt hart und weich gleichzeitig und irgendwie harmonisch. Als ich darüber nachdachte, fiel mir ein, dass Durchsagen in Zügen und Straßenbahnen sowieso eine merkwürdige Faszination auf mich ausüben. Nach meinem Besuch im Reich der Mitte hallte mir die chinesische Durchsage – die bei jeder Haltstelle ertönte und vielleicht irgendetwas mit „Seinen Sie vorsichtig beim Aussteigen“ oder „Achtung, Achtung, Zug hält“ zutun hat – mit ihrem wohlklingenden Singsang noch lange nach und ich habe sie zwar nicht verstanden, aber zurück in Deutschland regelrecht vermisst. Und in Schweden faszinierte mich die Ansage, dass wir nun an der technischen Hochschule anhalten würden: „Nexta: Tekniska Högskolan“. So lange ich auch darüber nachdenke, in Australien ist mir nichts Derartiges im Gedächtnis geblieben.

Wer bis hierhin meine babylonisch verwirrten Sprachverirrungen durchgelesen hat, den interessiert vielleicht auch, was ich sonst so in Südfrankreich erlebt habe. Es waren sehr entspannte Tage und mit Julia, wenn auch nur temporär, zusammen zu wohnen war so schön wie eh und je! Zunächst gab es eine kleine Stadtführung durch Montpellier mit zwei leckeren Café au Lait. Die engen kleinen Gässchen haben mich wieder sehr entzückt und das von ockerfarbenen Häusern geprägte Stadtbild verrät einem gleich: Das kann nur Südfrankreich sein! Am nächsten Tag sind wir an den Strand gefahren und haben uns die frische Mittelmeerluft um die Nasen wehen lassen. Es war richtig schön sonnig und windstill und wir haben stundenlang herumgealbert und mit unseren Kameras, Seifenblasen, einem Sonnenschirm und bunten Schals experimentiert:

Am Samstag haben wir die französische Wirtschaft angekurbelt und waren ordentlich einkaufen. Dass es in Frankreich noch GAP gibt musste natürlich unterstützt werden! Wie viel Geld ich insgesamt ausgegeben habe, will ich nicht so genau wissen, aber ich habe mich vorher in Deutschland absichtlich zurückgehalten. Den obligatorischen Café au Lait gab es an diesem Tag auf einem sonnendurchfluteten Innenhof. Am Sonntag haben wir dann einen Ausflug nach Avignon gemacht – ihr wisst schon, „sur le pont d’Avignon, on y danse, on y danse…“. Die Brücke war aber eher enttäuschend und reichte nicht einmal ganz über den Fluss. Außerdem wurden wir fast weggeweht und haben uns deshalb lieber wieder in einem Café auf dem Marktplatz aufgehalten. Den Papstpalast haben wir auch besichtigt, denn im 14. Jahrhundert haben neun Päpste nicht in Rom, sondern in Avignon regiert, das war interessant und mir bisher irgendwie entgangen.

Ja und nun sitze ich im Thalys und fahre wieder in die Heimat und denke über die beiden Wehrmutstropfen nach: Julia erst wieder in zwei Monaten sehen und ab jetzt wieder regelmäßig an der Masterarbeit schreiben, denn der habe ich weder auf der achtstündigen Hinfahrt, noch an den drei Vormittagen, an denen Julia arbeiten musste, oder auf der ebenso langen Rückfahrt besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt – aber damit hatte wahrscheinlich sowieso niemand, inklusive mir, ernsthaft gerechnet.

Von Hamburg nach Australien

December 7th, 2009

Irgendwann im Goethe Institut in Hamburg fotografiert, gerade zufällig gefunden und wieder drüber geschmunzelt:

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Vom schüchternen Schnabeltier

September 15th, 2009

Das Schnabeltier heißt auf Englisch Platypus und so sieht es aus. Es lebt nur in Australien. Ich hatte also in den vergangenen sechs Monaten die einmalige Chance, mir dieses merkwürdige eierlegende Säugetier anzugucken. Aber so einfach ist das nicht, die Guten sind nämlich sehr schüchtern:

(Für eine größere Ansicht auf das Bild klicken)

platypus_klein

Beim letzten Besuch bei Hennings Patenkind und seinen Geschwistern kam unerwarteterweise die unausweichliche Frage. Als ich der achtjährigen Johanna auf der Weltkarte zeigte wo ich war, fragte sie sofort, ob ich neben Känguruhs und Koalas auch Schnabeltiere gesehen hätte…

Neulich im Drogeriemarkt

September 1st, 2009

Da habe ich doch ein neues Produkt vom Pflasterhersteller meines ehemaligen Arbeitgebers im Regel entdeckt, das mir damals sogar eine Kollegin empfohlen hatte:

drogeriemarkt

Die Inhaltsstoffe unterscheiden sich jedoch tatsächlich und ein erster Test im Schuh ist auch ganz positiv verlaufen. Dennoch behaupte ich, mit Vaseline ließe sich ein ähnliches Ergebnis erzielen.

Es ist viel passiert…

August 31st, 2009

… in den letzten sechs Wochen.

Ich war mit Henning in Australien unterwegs und habe unter anderem das Wahrzeichen des Landes, den wohl bekanntesten Felsen der Welt, gesehen.

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Auf dem Rückweg nach Hause habe ich mir die Hauptstadt von Südkorea mit Anna (Mitte) und ihrem Freund Steffen im Schnelldurchlauf und größtenteils im Monsunregen angeschaut.

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Ich habe Punkt 1 und 2 der Freu-Liste (mit sehr viel Freude) erlebt und das verheiratete Paar sogar schon in der neuen Wohnung besucht.

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Punkt 4 habe ich auch erledigt und sehr genossen: Urlaub in Aachen. Okay das hier ist in Köln, aber kurz danach war ich eine ganze Woche lang dort.

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An Punkt 6 arbeite ich noch und Punkt 3 wird kommenden Samstag ‘besichtigt’ - ich freu mich schon sehr, natürlich nicht nur auf den Bauch, sondern auch auf die Besitzerin desjenigen und die dazugehörige Verwandtschaft ;-)