Karneval in Köln muss sein. Als Kölnerin im Exil hat man ja gewisse Pflichten. Jetzt kommt also (*hust* mit nur ein bißchen Verspätung) der offizielle Karnevalsbericht 2007! Ein paar Tage vor den jecken Feiertagen hab ich mir ein Kostüm ausgedacht und mich sogar noch an die Nähmaschine gesetzt. Heraus kam…

… das hier (ich gebe zu, selbst genäht ist - aufgrund von Zeitmangel - aber nur die Schleife).
Am Weiberfastnacht (das ist der Donnerstag, für alle, die keine Ahnung haben) hab ich erstmal dieses morgendliche Theater um 11.11 Uhr ausfallen lassen (vormittags Bier trinken… für sowas bin ich jetzt echt zu alt). Abends haben wir uns dann in einer gemütlichen Runde…

… mit Prinzesschen Fabienne am Steuer auf den Weg zur ersten Party gemacht. Dass das an Karneval keine so gute Idee ist, haben wir dann gemerkt, als wir bereits eine gute halbe Stunde in der Kölner Südstadt vergeblich auf Parkplatzsuche herumkurvten. Zufällig fuhr dannn einer weg und wir schrien alle wie am Spieß: “Daaaa!!! Ein Parkplatz! DER gehört UNS! Schnell rein da!!!”. Fotos vom Abend gibt’s hier (coming soon).
Karneval ist natürlich immer lustig, aber am meisten Spaß hatten definitiv…

… die Kathi und ich am Samstag. Party mit Kathi (na, wer hat den Reim bemerkt?) ist natürlich immer ein Highlight, aber dieser Abend hat alles bisher gewesene übertroffen. Kaum standen wir in der Schlange - das gehört an Karneval irgendwie dazu - kannten wir die Menschen vor und hinter uns. Da konnten wir uns doch den ein oder anderen Kommentar über die Karnevalstouristen nicht verkneifen, denn die (Damen und) Herren kamen doch tatsächlich aus Bayern und Stuttgart. Kaum waren wir im Inneren der Roonburg, hab ich eine Micky Maus getroffen, die sich bei mir beschwert hat, dass ich nicht zuhause bin und für sie koche. An dem Abend musste ich also ohne Micky Spaß haben, aber das musste (und wollte) ich sowieso, sonst hätte sich ein liebenswerter Hobbypilot mit Pornobrille beschwert.
Es dauerte nicht lange und wir kannten die halbe Roonburg. Da waren Dr. Stefan Frank, Dr. Ingo Frank und Dr. Daniel Frank (oder so ähnlich), ein paar Kapitäne (wieder Touristen) und schließlich ein Patient (oder mit Blut verschmiertes Opfer) und ein Schlumpf, die ganz nett waren und auch aus Stuttgart (immer diese Touristen) kamen. Wer wissen will, warum Kathis Hände am Ende des Abends blau waren, wendet sich besser an sie persönlich…
Was bin ich?
Kathi und ich haben ein Spiel gespielt. Im Laufe des Abends haben wir getestet, wie erkennbar unsere Kostüme sind. Dabei muss man ganz klar sagen, dass mein Kostüm leichter zu erraten war. Den Frauen kann man im Großen und Ganzen keinen Vorwurf machen, die haben in 9 von 10 Fällen beide Kostüme richtig erraten. Die Männer jedoch… eieiei… die waren da nicht besonders talentiert. Zu meinem Kostümen sagten:
5 von 10 Männern: “‘Ne Maus?”
4 von 10 Männern: “Micky Maus?” und nur
1 von 10 Männern: “Minnie Maus!”

Von Kathi habe ich gerade kein Ganzkörperbild, aber die wichtigen Stichworte sind:
- Zöpfe mit Schleifen
- Kravatte
- Faltenrock
- Kniestrümpfe
- Schwarze Schuhe mit Absatz
Das Ergebnis sah noch katastrophaler aus als bei mir und kann gar nicht in irgendeine Statistik gefasst werden. Daher nur ein paar verzweifelte Rateversuche:
“Tänzerin?”
“Polizistin?”
“Sexy Sekretärin?”
(Da man ja nicht ausschließen kann, dass dieser Beitrag von Männern gelesen wird: Die richtige Lösung lautet Schulmädchen)
Zum Schluß noch eine kleine Geschichte. In der Nähe der Bar sehe ich, wie ein Pumuckl eine Maus unsittlich an ihrer Hinterseite tätschelt. Ich teile meine Beobachtung der guten Kathi mit, die entschlossen meint: “So ein Fummel-Pumuckl. Ich sag der das mal.”
“Du, der Typ neben dir begrabscht deinen Hintern!”
“Waaaas??? Der begrabscht deinen Hintern??”
“Nein, deinen!”
“Achso. Das ist ja auch mein Freund.”
Na dann ist ja alles gut.
Tagsüber haben Kathi, Sandra, Alex und ich den Zug in Heimersdorf angeguckt. Dabei hat Kathi lautstark verkündet: “Ich will die krebserregenden Zuckerbällchen!!!!” und ich konnte ihr nur zustimmen, die sind doch einfach die besten:

(Der Zusammenhang zwischen purem Zucker und einer Krebserkrankung ist selbstverständlich nicht nachgewiesen)
Am Sonntag habe ich mir noch mit meinem Lieblingsnachbar Robbie den Longericher Zuch angeschaut und dann war Karneval aus zwingenden Gründen auch schon vorbei für mich. Aber darüber war ich gar nicht traurig (im Gegenteil) und ich freu mich natürlich schon auf’s nächste Jahr. Kölle Alaaf!