Das tolle an der Deutschen Sprache ist ja, dass man Wörter einfach aneinander hängen kann. Nur mal so als kleine Erläuterung zum Titel. Ihr werdet es nicht glauben, aber eine der Fiji-Inseln hieß tatsächlich South Sea Island, ist ja eigentlich nicht besonders kreativ. Die beiden anderen, auf denen wir - Martina und ich - noch übernachtet haben, nannten sich dafür Levutu und Naviti. Oder so ähnlich - verzeiht mir, ich habe die Landkarte gerade nicht zur Hand und der Reiseführer befindet sich bereits in bester Gesellschaft einiger (nicht so oft) gebrauchter Klamotten und liebevoll gepolsterten TimTam-Keksen auf dem Seeweg von Australien nach Deutschland.
Fiji ist wunderschön, paradiesisch nahezu. Die Preise waren allerdings nicht so paradiesisch, denn wer (uninformiert wie wir) Schnäppchen wie in Asien erwartet wird bitter enttäuscht. Die Preise ähnelten eher australischen (und fast schon europäischen) Standards und so zahlte man selbst mitten im pazifischen Nirgendwo fünf Euro für einen Cocktail. Naja vielleicht auch drei oder vier, denn der politischen Unruhen in der Hauptstadt Suva schwankte der Wechselkurs mehr als unser Segelboot zwischen den Whitsunday Islands.

Inselidylle mit Hängematte
Wir starteten unsere Reise mit einer fünfstündigen Fährenfahrt von Nadi, der einzigen Stadt mit internationalem Flughafen und ohne aktueller politischer Unruhen, Richtung Norden. Da Fiji aus über 300 Inseln besteht haben wir uns auf eine Inselgruppe beschränkt, die Yasawas. Wir haben uns in Etappen wieder zurück nach Nadi bewegt und uns drei Inseln in sechs Tagen angeschaut. Die letzte Insel, South Sea Island, erfüllte zumindest von Weitem eindeutig das Klischee der einsamen Insel:

Kleine, feine Südseeinsel
In weniger als 10 Minuten haben wir sie zu Fuß umrundet! Die einsame Idylle hatte jedoch am nächsten Tag ein Ende. Nur 30 Fährminuten von der Hauptinsel entfernt entpuppte sie sich als beliebtes Ziel für Tagesausflüge und so mussten wir unsere Südseeinsel statt mit 30 Leuten in der Nacht (übrigens alle in einem Zimmer!) mit gefühlten 350 am Tag teilen. In Wirklichkeit waren es vermutlich um die 80 Personen, aber wie gesagt, der Platz war begrenzt. Zum Glück hielt sich ein Großteil stets im oder unter Wasser auf.
Dramatische Licht- und Schattenspiele statt strahlendem Sonnenschein
Ein Highlight war für mich auf jeden Fall die Mantelrochenjagd; wieder so ein schönes deutsches Wort für das die englische Sprache drei Wörter benötigt. Und das ging so: Morgens um 9 machten sich zwei kleine Motorboote mit Gästen des Resorts (Backpacker-Billigresorts, versteht sich) auf, um uns die riesigen Rochen zu zeigen. Fertig mit Taucherbrille, Schnorchel und Flossen saßen wir also auf dem Boot und hielten Ausschau nach dunklen Schatten im glasklaren türkisen Wasser; das allein war schon atemberaubend! Da sich die Rochen anscheinend gut vor uns versteckten (unmöglich eigentlich), gingen wir erstmal so schnorcheln und schauten uns die bunten Fische aus der Nähe an.
Als wir wieder auf dem Boot saßen und ein Stück weiter gefahren waren, schrie unser Fahrer plötzlich aufgeregt “Manta, manta!!” und zeigte ein Stück von ihm entfernt ins Wasser. Dann sprangen alle wie die Verrückten ins Wasser, um einen Blick auf die Rochen, die zu zweit unterwegs waren, zu erhaschen. Es war eine Jagd im wahrsten Sinne des Wortes und anstrengender als so mancher Kurs im Fitnessstudio. Ich hatte großes Glück, denn die beiden riesigen Rochen schwammen direkt unter mir durch. Ganz schön gruselig, das kann ich euch aber sagen! Einen habe ich sogar, zumindest teilweise, mit der begrenzt brauchbaren Unterwasserwegwerfkamera (24 Buchstaben!) erwischt:
‘Fliegender Teppich’ mit drei bis vier Metern Durchmesser
Trotz gelegentlicher Regenschauer hat mir Fiji sehr gut gefallen und obwohl die Dorfbewohner eindeutig nett zu uns waren, damit wir unser Geld in ihre Souvenirs investieren waren sie und auch die Angestellten der Resorts sehr freundlich und hilfsbereit. Als Deutsche/r macht einem nur eins zu schaffen: Die unglaubliche Gelassenheit. Die Uhren in Fiji ticken eindeutig langsamer als sonstwo und ins Restaurant geht man am besten zwei Stunden bevor man hungrig sein könnte.