Diesmal geht es nicht (nur) um die Verspätung, versprochen. Einmal Hamburg und zurück, da sammelt sich so einiges an. Abgesehen davon habe ich letzte Woche aus Versehen einen Ausflug nach Kohlscheid gemacht. Das fand Henning sehr witzig, ich aber nicht und überhaupt ist das eine andere Geschichte.

Verwirrung am frühen Morgen
Montagmorgen, neun Uhr am Kölner Hauptbahnhof, Gleis 4. Eine große, verzweifelt aussehende Frau mit strohigen, braun-blond-schwarzen Haaren kommt auf mich zu gerannt und fragt in gebrochenem Deutsch:
Welche Nummer die Haare?
Ähh. Wie bitte?
Ihre Haare. Die Nummer!
Meine Haare?
Ja, welche Farbe?
Naja. Braun!?
Aber welche Nummer?
Nummer???
Ich will auch diese Farbe, welche Nummer?
Ah, beim Frisör, die Nummer der Färbung. Keine Ahnung, tut mir leid…
Eine Durchsage an die stehenden Gäste
Unglaubliches auf dem Weg zurück nach Köln. Ich bin froh einen Platz reserviert zu haben, aber es sind noch ein paar vereinzelte Sitze frei. Ununterbrochen werde ich beim NEON-lesen und generellem Nachdenken gestört, weil das Zugpersonal uns etwas mitteilen will. Die Passagiere werden zum Beispiel im 20-Minuten-Takt über die derzeitige Verspätungssituation aufgeklärt und erhalten Informationen über Anschlusszüge, die sie leider nicht mehr erreichen werden. Doch dann mal etwas anderes:
“Eine Durchsage an die stehenden Gäste in Wagen 6 und 7. In den Wagen 8, 9 und 10 sind noch 110 Plätze frei. Ich wiederhole: In den Wagen 8, 9 und 10 sind noch 110 Plätze frei. Wagen 11 ist sogar fast leer.”
Schöne Verspätung
Erwähnen muss ich sie doch. Insgesamt hab ich an zwei Tagen 75 Minuten Verspätung abgekriegt. Für einen Teil davon bin ich ausnahmsweise dankbar. Der IC hat nämlich meine Wartezeit in Köln vertrödelt und kam genau so in Köln an, dass ich den ebenfalls verspäteten Regionalexpress nach Aachen noch so gerade erwischt habe. Und weil der Bahn die Verspätung von schnellen Zügen wohl peinlicher ist als die von Bummelzügen, gab es sogar Kaffee umsonst. Da kann ich ja gar nicht mehr böse sein.
