“Ich brauch sowas nicht”, hab ich immer gesagt. Und jetzt weiß ich nicht, wie ich es so lange ohne ausgehalten habe. Es ist ein kleines Wunder. Es sorgt dafür, dass ich mich vier Stunden im Zug auf dem Weg nach Köln und fünfeinhalb Stunden auf dem Rückweg von Aachen nicht langweile. Es sagt mir kostenlos, was in der Welt passiert ist, woher Wollfusseln kommen, wo auf der Welt es am schönsten ist und warum manche Kinder so zappelig sind.

Mein kleines Wunder und ich. Das Bild in groß von mir mit neuer Frisur gibt’s hier.
Umso besser, dass das kleine Wunder schon zwei Tage nach der Bestellung bei einem Nachbarn in Hamburg auf mich wartete - pünktlich vor der nächsten Heimreise am vergangenen Wochenende. Wer öfters online shoppt, weiß: Auch das grenzt ja an ein Wunder.
Und es kam noch besser: Die Deutsche Bummelbahn sorgte mit einigermaßen pünktlichen Zügen und null verpassten Anschlüssen am Wochenende für das nächste Wunder. Über zappelige Kinder wusste ich ja nun Bescheid, aber hinter mich hätte sich nicht gleich eins setzen müssen. Ein kleiner Junge, der wohl noch nicht verstanden hat, was sich hinter dem großen E verbirgt, quengelte (gefühlt) die komplette Strecke zwischen Köln und Hannover lautstark: “Du Papaaa, wann fahren wir endlich mal wieder mit dem InterCity und nicht immer nur mit dem ICEEEEE?”. Als besagter Papa dann auch noch anfing, aus Tim und Struppi vorzulesen, hatte ich die Lösung schon parat: Stecker rein und Lautstärke hoch.

