Archive for July, 2009

3 Mal 10 Dinge

Friday, July 17th, 2009

Ich kann nicht direkt sagen, dass mir in den letzten 14 Tagen in Sydney langweilig gewesen waere. Aber als meine mexikanische Lieblingsprinzessin letztens wieder eine Stunde auf sich warten liess, habe ich angefangen, Listen zu schreiben. Und obwohl ich ja noch eine Weile in Australien bin, hat dieser Beitrag doch schon ein wenig mit Abschied zutun. In den naechsten Wochen werde ich vermutlich nicht mehr so viel Zeit zum schreiben haben… also nehmt euch ein bisschen Zeit und lest, was ich an Australien und Sydney vermissen werde und was nicht. Und, worauf ich mich in Deutschland schon jetzt ganz besonders freue.


10 Dinge, die ich vermissen werde

1. Die Preise fuer Sushi und Kaffee bei Starbucks
2. Unzaehlige Straende, Buchten und Kuestenwege
3. Das freundliche Laecheln im Supermarkt und hilfsbereite Busfahrer
4. Parties und Bars mit Hafenblick in Sydney
5. Nach Fahrtrichtung verstellbare Rueckenlehnen im Zug
6. Motivierte, faehige und gut verbereitete Dozenten
7. Kakadus am Campus und das unglaublich laute Vogelgezwitscher am Morgen
8. Kostenloses Wasser an jeder Ecke und im Restaurant
9. 300 Tage Sonnenschein im Jahr und 15 Grad im Winter
10. Multi-Kulti Diskussionen und internationale Freunde


10 Dinge, die ich nicht vermissen werde

1. Busse, die im Zweistunden-Takt fahren und alle Flexibilitaet zunichte machen
2. Waehlerische Taxifahrer, die man mit zusaetzlichem Geld bestechen muss
3. Asiaten, die die Bibliothek von morgens bis abends bevoelkern
4. Internet im Schneckentempo
5. Die Ranch, die U-Bar und Amerikaner, die sich in meinem Wohnzimmer betrinken
6. Ploetzliche Wetterumschwuenge, die das staendige Herumtragen von Sonnenbrille und Regenschirm erfordern
7. Undichte Tuer- und Fensterrahmen (und keine Heizung)
8. Krabbeltiere in der Wohnung
9. Angepinkelte Klobrillen in Jugendherbergen
10. Australische Fernsehserien


10 Dinge, auf die ich mich freue

1. Den Anblick meiner ersten gute Freundin im Hochzeitskleid
2. Hochzeit und grosses Wiedersehen auf einmal feiern
3. Den Babybauch von Hennings Schwester Kirsten
4. Mindestens eine Woche Ehrengast bei Julia in Aachen sein
5. Die Fernbeziehung von mehreren Tausend auf ein paar Hundert Kilometer reduzieren
6. Fotos sortieren und Best-of-Australien praesentieren
7. Dem Frisoer haarklein erklaeren koennen, wie er die Haare schneiden soll (und wie nicht)
8. Statt Nudeln mit Tomatensosse essen zu muessen von Mama bekocht werden, zumindest ein paar Tage
9. Knuspriges Brot mit ordentlichem Kaese
10. Zur Tuer reinkommen und am Geruch ‘zuhause’ erkennen

Und die eine Sache, auf die mich in Deutschland nicht freue: Mit meiner Abschlussarbeit anfangen und mir aufgrund des bis dahin leeren Kontos einen Nebenjob suchen muessen.

Sydney

Sunday, July 12th, 2009

Ohne Worte.

tower

Südseeinselhopping

Sunday, July 12th, 2009

Das tolle an der Deutschen Sprache ist ja, dass man Wörter einfach aneinander hängen kann. Nur mal so als kleine Erläuterung zum Titel. Ihr werdet es nicht glauben, aber eine der Fiji-Inseln hieß tatsächlich South Sea Island, ist ja eigentlich nicht besonders kreativ. Die beiden anderen, auf denen wir - Martina und ich - noch übernachtet haben, nannten sich dafür Levutu und Naviti. Oder so ähnlich - verzeiht mir, ich habe die Landkarte gerade nicht zur Hand und der Reiseführer befindet sich bereits in bester Gesellschaft einiger (nicht so oft) gebrauchter Klamotten und liebevoll gepolsterten TimTam-Keksen auf dem Seeweg von Australien nach Deutschland.

Fiji ist wunderschön, paradiesisch nahezu. Die Preise waren allerdings nicht so paradiesisch, denn wer (uninformiert wie wir) Schnäppchen wie in Asien erwartet wird bitter enttäuscht. Die Preise ähnelten eher australischen (und fast schon europäischen) Standards und so zahlte man selbst mitten im pazifischen Nirgendwo fünf Euro für einen Cocktail. Naja vielleicht auch drei oder vier, denn der politischen Unruhen in der Hauptstadt Suva schwankte der Wechselkurs mehr als unser Segelboot zwischen den Whitsunday Islands.

fiji
Inselidylle mit Hängematte

Wir starteten unsere Reise mit einer fünfstündigen Fährenfahrt von Nadi, der einzigen Stadt mit internationalem Flughafen und ohne aktueller politischer Unruhen, Richtung Norden. Da Fiji aus über 300 Inseln besteht haben wir uns auf eine Inselgruppe beschränkt, die Yasawas. Wir haben uns in Etappen wieder zurück nach Nadi bewegt und uns drei Inseln in sechs Tagen angeschaut. Die letzte Insel, South Sea Island, erfüllte zumindest von Weitem eindeutig das Klischee der einsamen Insel:

southsea
Kleine, feine Südseeinsel

In weniger als 10 Minuten haben wir sie zu Fuß umrundet! Die einsame Idylle hatte jedoch am nächsten Tag ein Ende. Nur 30 Fährminuten von der Hauptinsel entfernt entpuppte sie sich als beliebtes Ziel für Tagesausflüge und so mussten wir unsere Südseeinsel statt mit 30 Leuten in der Nacht (übrigens alle in einem Zimmer!) mit gefühlten 350 am Tag teilen. In Wirklichkeit waren es vermutlich um die 80 Personen, aber wie gesagt, der Platz war begrenzt. Zum Glück hielt sich ein Großteil stets im oder unter Wasser auf.

wolkenDramatische Licht- und Schattenspiele statt strahlendem Sonnenschein

Ein Highlight war für mich auf jeden Fall die Mantelrochenjagd; wieder so ein schönes deutsches Wort für das die englische Sprache drei Wörter benötigt. Und das ging so: Morgens um 9 machten sich zwei kleine Motorboote mit Gästen des Resorts (Backpacker-Billigresorts, versteht sich) auf, um uns die riesigen Rochen zu zeigen. Fertig mit Taucherbrille, Schnorchel und Flossen saßen wir also auf dem Boot und hielten Ausschau nach dunklen Schatten im glasklaren türkisen Wasser; das allein war schon atemberaubend! Da sich die Rochen anscheinend gut vor uns versteckten (unmöglich eigentlich), gingen wir erstmal so schnorcheln und schauten uns die bunten Fische aus der Nähe an.

Als wir wieder auf dem Boot saßen und ein Stück weiter gefahren waren, schrie unser Fahrer plötzlich aufgeregt “Manta, manta!!” und zeigte ein Stück von ihm entfernt ins Wasser. Dann sprangen alle wie die Verrückten ins Wasser, um einen Blick auf die Rochen, die zu zweit unterwegs waren, zu erhaschen. Es war eine Jagd im wahrsten Sinne des Wortes und anstrengender als so mancher Kurs im Fitnessstudio. Ich hatte großes Glück, denn die beiden riesigen Rochen schwammen direkt unter mir durch. Ganz schön gruselig, das kann ich euch aber sagen! Einen habe ich sogar, zumindest teilweise, mit der begrenzt brauchbaren Unterwasserwegwerfkamera (24 Buchstaben!) erwischt:

rochen‘Fliegender Teppich’ mit drei bis vier Metern Durchmesser

Trotz gelegentlicher Regenschauer hat mir Fiji sehr gut gefallen und obwohl die Dorfbewohner eindeutig nett zu uns waren, damit wir unser Geld in ihre Souvenirs investieren waren sie und auch die Angestellten der Resorts sehr freundlich und hilfsbereit. Als Deutsche/r macht einem nur eins zu schaffen: Die unglaubliche Gelassenheit. Die Uhren in Fiji ticken eindeutig langsamer als sonstwo und ins Restaurant geht man am besten zwei Stunden bevor man hungrig sein könnte.